5b im Uerdinger Kunst-Depot

09.02.2013

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Für die Klasse öffnet sich ausnahmsweise das Tor zum Depot, in der 1.Etage ist alles für die Betrachtung des Gemäldes vorbereitet, das Bild wird auf einer stabilen Staffelei präsentiert. Die Kinder dürfen auf dem Teppich Platz nehmen und betrachten nun intensiv das Bild. 

Nacheinander äußern sie ihre ersten Eindrücke. Sie beschreiben das Motiv, den Vater, die Mutter und das kleine Kind in freier Natur. Der Vater beugt sich über die sitzende Mutter, die das Baby in den Armen hält. Leander: „Die Leute sind eine kleine Familie.“ Die Farbigkeit des Bildes imponiert den Kindern. Sofie fallen die vielen Grüntöne auf. Von Grüntönen verstehen die Kinder etwas, sie haben in der Schule Dutzende Grüntöne gemischt, um später Dschungelbilder zu malen. Für die Darstellung der Natur hat Kirchner die Gegenstandsfarben gewählt. Die Familie dagegen zeigt kontrastreiche Buntfarben. Sarah: „Das Bild ist schön, weil es so bunt ist und so viele verschiedene Farben hat.“ Meik fällt auf, dass alle Personen „etwas Grün im Gesicht haben“. Das finden Jan, Max und Jeremy seltsam, rätselhaft und komisch. „Soll das etwa grüner Schleim sein?“ Nach und nach erkennen die Kinder die symbolische Funktion der Farben. Nicht nur die grünen Farbspuren, sondern auch eine leuchtend gelbe ornamentale Form verbindet die Personen.

Malin bringt es auf den Punkt: „Die grünen und gelben Streifen auf dem Bild, die an jedem Familienmitglied zu sehen sind, sind Zeichen, dass sie eine Familie sind und zusammengehören.“ Eine äußere Szene wird durch die Farbgebung umgewandelt in die Darstellung einer seelischen Situation, der inneren Verbundenheit der Familie. Noah: „Der Vater ist in blau gemalt, er ist ein Mann, er ist der Beschützer. Es ist faszinierend, was Farben ausdrücken können. “ Sammy ergänzt die Bildinterpretation noch, er hat sich vor der Exkursion kundig gemacht. „Kirchner hat expressionistisch gemalt, er gehörte zur Künstlergruppe ´Die Brücke´.“ Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) war Gründungsmitglied dieser Gruppe, die akademische Malweisen ablehnte, nach Ursprünglichkeit strebte. Ihre Malerei sollte impulsiv und frei sein. Die Kinder können das auch am Farbauftrag erkennen, an den Pinselspuren, dem sogenannten Pinselduktus. Benjamin: „Das Bild ist nicht so genau gemalt worden, eher schnell und ungenau. Manchmal scheint die Leinwand durch.“ Sevgi zeigt am Bild die verschiedenen Pinselspuren der unterschiedlich dicken Pinsel. Meik findet die Malweise „kreativ“. Noah und Susanna sind am Ende ganz begeistert von dem Familienbild Kirchners und freuen sich besonders darüber, dieses eindrucksvolle Gemälde im Original gesehen zu. haben. Damit sprechen sie ihrer Klassenlehrerin Frau Lübke und und ihrer Kunstlehrerin Frau Krusat-Dahmen aus der Seele.

I. Krusat-Dahmen

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